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Praxisseminar SECO, DMG MORI, CADAM

Praxisseminar SECO, DMG MORI, CADAM

FEHLERVERMEIDUNG BEI
ANSPRUCHSVOLLEN FRÄSOPERATIONEN

Am 9. März präsentierte Seco Tools gemeinsam mit DMG Mori und CADAM Solutions im DMG Mori Technologiezentrum in Winterthur modernste Frässtrategien sowohl in der Theorie als auch in der Praxis.

Mit über 80 Teilnehmern war die Veranstaltung ausgezeichnet besucht. Fokus war die Vernetzung von CAM-software, Werkzeugmaschine und die für die Fräsprozesse optimalen Werkzeuge. Im Interview sagt Carl-Henrik Sjölund (Seco Tools AG) welchen Nutzen das Seminar den Teilnehmern bringen solle.

Wenn es darum geht grössere Volumina in geringerer Zeit auszuspanen können unterschiedliche Frästechnologien unterschiedliche Akzente setzen. Zum einen kann der Fokus darin bestehen, ein unter allen Umständen möglichst hohes Zeitspanvolumen zu generieren. Zum anderen bei einem akzeptablen Zeitspanvolumen höchste Standzeiten der Werkzeuge zu gewährleisten bis hin zu hochgradig prozesssicheren Zerspanprozessen bei gleichzeitig hohem Zeitspanvolumina. Im nachfolgenden Interview im Rahmen der Seco Tools Veranstaltung sagt Carl-Henrik Sjölund, welche Faktoren heute konkret eine Rolle spielen, um in Zukunft wirtschaftlich und technologisch hervorragende Zerspanungsprozess zu realisieren.

SMM: Herr Sjölund, Sie thematisierten an ihrem Werkzeug-Seminar neue Zerspanungsstrategien. Können Sie das näher erläutern.Carl-Henrik Sjölund: Seco Tools beschäftigt sich seit Jahrzehnten intensiv mit Ausbildung und Weiterbildungen rund um den Zerspanungsprozess. Dabei stellen wir fest, dass auch mechanisch ausgebildete Berufsleute die «neuen Zerspanungsstrategien» nur zum Teil kennen. Das Wissen über den Zerspannungsprozess sowie das richtige und gezielte Anwenden von Zerspanungslösungen ist aus meiner Sicht sehr wichtig, um die gewünschten Ziele zu erreichen.

Welche Rolle spielen hier das CAM-System, die WZM und letztlich die Werkzeuge.

C.-H. Sjölund: In technischen Fachseminaren zeigen wir, dass der Erfolg in der Zusammenarbeit und dem Austausch des Wissens liegt. Das geeignete Werkzeug, die Bearbeitungsmaschinen und das CNC-Programm müssen perfekt aufeinander abgestimmt sein. Das ist bei komplexen Fräsprozessen immer bedeutender. Ein partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten wird in Zukunft immer entscheidender. Deshalb sind wir auch hier bei DMG Mori gemeinsam mit CADAM, um Fertigungslösungen zu präsentieren.

Sie gingen im Seminar konkret auf Fehlervermeidung ein. Welche Fehler treten typischerweise am häufigsten auf und wie lassen sie sich letztlich vermeiden.

C.-H. Sjölund: Es gibt zum Teil sehr konkrete Fehler, wie nicht ideale Werkzeuglösungen mit falschen Schnittdaten, die durch fehlendes Wissen entstehen. Solche Zerspan-Bedingungen können zu Vibrationen, Werkzeugbruch und sogar Spindelschaden führen. Solche Fehler können unsere Anwendungstechniker relativ schnell und einfach korrigieren. Schwierig wird es, langfristige Managemententscheide, infolge Sparmassnahmen oder falscher Gewinnoptimierung zu korrigieren. Diese resultieren oft in ungenügende Weiterbildung der Fertigungsleute oder zu wenigen Neuinvestitionen in die gesamten Produktionsprozesse.

Kann man moderne Zerspanungsstrategien von heute auf morgen einfach umsetzten, oder muss man erst in modernste WZM, CAM-Systeme und letztlich Werkzeuge investieren.

C.-H. Sjölund: Einige Frässtrategien können durchaus auch bei älteren Bearbeitungsmaschinen umgesetzt werden. Jedoch gibt es Grenzen bei der Drehzahl, Vorschub und Dynamik. Es ist jedoch viel effizienter mit neuen Software-Tools, modernen Programmieroberflächen sowie flexiblen Maschinen neue Strategien zu nutzen. Meine Empfehlung ist, um dem Werkplatz Schweiz gerecht zu werden, die Prozessziele mit den besten Maschinen-, Werkzeugherstellern und CAM-Softwaredienstleistern anzugehen. Dann ist man immer auf dem richtigen Weg.

Welches Potential bringt das für den einzelnen Zerspanungsprozess.

C.-H. Sjölund: Es ist immer verlockend günstigere Produkte einzukaufen. Leider zeigt die Realität, dass die Fertigungskosten nur zu einem kleinen Teil durch den Einkaufspreis verursacht werden. Viel wichtiger ist eine effiziente Nutzung der Bearbeitungsmaschinen und kontrollierter Verbrauch der Werkzeuge. Der Vergleich der Gesamtkostenrechung im Rahmen neuer Fertigungs-Strategien mit den reinen Kosten für Werkzeuge respektive des Werkzeug-Verbrauch ist heute ein wichtiger Teil unserer Beratung. Oder einfacher ausgedrückt: In vielen Fällen bringen hochwertige Werkzeuge, bei richtiger Anwendung eine günstigere Kostenstruktur, als wenn man auf preiswerte Werkzeug setzt.

Welche Anforderungen werden an die Werkzeuge bezüglich Schneidkanten und Spannuten und der Makrogeometrie insgesamt gestellt, bei solchen hochdynamischen Prozessen?

C.-H. Sjölund: Jede Fertigungsmethode hat in unserem Sortiment eine optimierte Schneidenlösung was Schneidkanten und Spannuten beinhaltet. Die Anforderungen jeder Frässtrategie sind somit getestet und gewährleistet. Der entsprechende Erfolg liegt dann beim Anwender und die Auswahl der richtigen Einsatzdaten passend zur gewählten Bearbeitungsstrategie.

Bemerken Sie, dass aufgrund der anspruchsvollen wirtschaftlichen Lage am Werkplatz Schweiz, die Unternehmen verstärkt in innovative Prozesse investieren?

C.-H. Sjölund: Es gibt Unternehmen in der Schweiz, die auch in wirtschaftlich schwierigen Situationen investieren. Dies sind oft KMU’s mit engagierten Mitarbeitern und Geschäftsführern. Globale Grossunternehmer sind seit der Frankenaufwertung sehr vorsichtig geworden und bauen sogar ihre Schweizer Fertigungsstätten ab. Tatsache ist leider, dass viele unserer bekanntesten und grössten Kunden vor zehn Jahren heute keine Fertigung mehr in der Schweiz besitzen. Ich glaube an den unternehmerischen und feinmechanischen Geist in der Schweiz, das zeigt auch das grosse Interesse an unserem Seminar. Das unsere Seminarpartner auch daran glauben steht ausser Frage, wir präsentieren immer hin heute in DMG MORI’s New Global Headquarter in Winterthur.

Bild und Text: M. Böhm (SMM)
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